ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Kardiologie & Gefäßmedizin

Ödeme: Diagnose

Definition

Isotone Vermehrung des interstitiellen Flüssigkeitsvolumens verschiedener Gewebe, besonders der Unterhaut, lokalisiert oder generalisiert.

Ätiologie

Hervorgerufen durch: Erhöhung des Venendrucks, Verminderung des onkotischen Drucks, Kapillarwandschädigung, Störung des Lymphabflusses, hormonelle Einflüsse.

Symptome
  • Frische Ödeme: weich und eindrückbar
  • Ödeme langer Dauer: fest (induriert) und schmerzhaft
  • Entzündliche Ödeme: heiß, prall, gerötet, druckempfindlich

Kardiale Ödeme

  • Meist lageabhängig, seitensymmetrisch, häufig tageszeitabhängig, auch Nykturie, Herz- und Lebervergrößerung, evtl. Pleuratranssudat, Aszites, Symptome einer Herzerkrankung. Haut häufig zyanotisch oder rot
  • Herzinsuffizienz verschiedener Ursache (siehe dort)
  • Konstriktive Kardiopathie: konstriktive Perikarditis mit und ohne Perikardverkalkungen, konstriktive Myokardiopathie, Endokardfibroelastose. Bei konstriktiver Perikarditis meist kleines Herz; bei allen drei Formen konstriktiver Kardiopathie häufig ausgeprägte Lebervergrößerung und Aszitesbildung. Fehlende Ansprechbarkeit auf Glykoside.

Nephrogene Ödeme

  • Meist allgemeine Ödeme mit Bevorzugung des Gesichts; evtl. lediglich Gesichtsödeme; Haut blass
  • Nephrotisches Syndrom (siehe dort)
  • Glomerulonephritis (siehe dort)

Ödeme bei venöser Abflussbehinderung

  • Meist einseitig oder deutlich asymmetrisch
  • Varikosis, Venenthrombosen und postthrombotisches Syndrom
  • Venenkompression durch Tumoren, Hernien, Aneurysmen oder Gravidität
  • Bei hochsitzender Venenthrombose oder -kompression (V. cava) sind die Ödeme meist doppelseitig, sie müssen aber nicht symmetrisch ausgeprägt sein.

Ödeme bei Lymphabflussbehinderung

  • Einseitig an den Extremitäten, gelegentlich extreme Ausprägung (Elephantiasis)
  • Kongenitale Lymphgefäßaplasie
  • Lymphgefäßobliteration nach Entzündungen
Seltenere Ursachen:

Eiweißmangelödem

  • bei Lebererkrankungen, hervorgerufen durch eine Störung der Albuminsynthese (Hypalbuminämie), oft zusätzlich durch venöse Abflussbehinderung bei Aszites (siehe dort)
  • bei Unterernährung (Zustand nach Gastrektomie, Malabsorptionssyndrom, exsudative Enteropathie, eiweißarme Ernährung)

Allergische Ödeme

flüchtig, schmerzlos, lokalisiert, oft juckend und mit Fieber und starker Allgemeinbeeinträchtigung verbunden

Hormonelle Ödeme

Östrogene; Gravidität, prämenstruell als sog. zyklische Ödeme, evtl. bei lang dauernder oder hoch dosierter Glukokortikoidmedikation, bei Medikamenten, die über eine Nebennierenstimulation wirken (z. B. antirheumatische Substanzen, Nebennierenhormone)

Lymphgefäßzerstörung

durch Tumor, Tumorexstirpation oder Bestrahlung (z. B. Mamma-Karzinom, Lymphosarkom)

Nebenwirkung von Pharmaka

zum Beispiel Phenylbutazon, Succus liquiritiae. Mineralokortikoide (Fluorhydrokortison wie: Astonin-H), Kalziumantagonisten vom Nifedipin-Typ

 

Merke
Beim Myxödem fehlt die Flüssigkeitsvermehrung im Interstitium, es stellt daher kein echtes Ödem dar.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4 (5 Bewertungen)
Letztes Update:19 Mai, 2011 - 16:32